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Des Ritters Sparschwein |
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Eine Ritterballade um die Erfindung des Sparschweins durch Ritter
Spieß von Büllesheim auf Burg Schweinheim in Euskirchen/Rhld.
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Der Vollmond schien bleich durch die stürmische Nacht,
als Ritter von Büllesheim aufgewacht
durch Waffengeklirr und Pferdegetrappel,
worauf er rief: "Ich krieg' einen Rappel!
Da steh'n vor dem Burgtor ganz ohne Zweifel
die fussigen* Räuber aus der Eifel."
"Die Hundsfötte wollen, ich rieche den Braten,
an meine sauer verdienten Dukaten!"
Worauf Ritter Spieß riss aus warmem Bette
sein holdes Weib mit Namen Babette.
"Schnell, schnell," sprach er, "wir müssen verstecken
das viele Geld am Kamin in den Ecken!"
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Ritter Spieß von Büllesheim und seine Gattin Babette |
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"Nein!", sprach Babette, "da werden sie's finden,
ich werd' mir das Geld in mein Mieder binden."
Doch das schien dem Ritter nicht sicher genuch**,
denn Räuber, die fassen den Frauen ans Tuch.
Es fiel ihm in letzter Sekunde ein:
"Ich stecke das Geld in ein Spielzeugschwein!"
Axtschläge erdröhnten, dann lautes Geschrei
und schon ging das Burgtor krachend entzwei.
Und es stürzten die Räuber in Überzahl
auf Frau Babettes Rittergemahl.
Doch dieser konnte mit seinen Knappen,
den fussigen Räuberhauptmann schnappen.
Die Räuber, die griffen sich ihrerseits
den Burgkaplan, (der kam aus der Schweiz),
und auch noch das Jüppchen, des Ritters Sohn,
als dieser saß auf dem Pipithron.
Man kann es drehen, man kann es wenden:
Jeder hatte ein Pfand in den Händen.
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Eine Magd, die sich vor den Räubern verstecken konnte |
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So sprach Ritter Spieß: "Ihr gebt mir mein Jüppche,
der Kleine hat Hunger, er braucht jetzt e Süppche.
Und ich geb' euch den Hauptmann zurück
und zwar im Ganzen und nicht Stück für Stück."
Der Hauptmann schlug ein: "So soll es sein,
doch vorher schlagen wir hier alles klein!"
"Erbarmen, ihr Herren, laßt doch dem Jüppche,
das rosa Schweinchen und auch sein Püppche!",
so flehte Babette, die Tränen sie liefen.
Es mußte gerührt der Herr Hauptmann schniefen.
Und wie es nun mal unter Räubern so is:
Man einigte sich auf den Kompromiss.
Der Ritter zog fort mit Weib und dem Kinde
und mit dem Kaplan und dem ganzen Gesinde.
Es drängte ihn fort in die Richtung von Kerpen,
um dort hundert Landsknechte anzuwerpen.
Die wurden besoldet - wie kann's anders sein -
mit goldnen Dukaten aus Jüppchen's Schwein.
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Der fussige Räuberhauptmann aus der nahegelegenen Eifel |
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Heimkehr des Ritters zur Befreiung der Burg von den Räubern, rechts im Hintergrund die tapferen Euskirchener Schützen. |
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Derweil sprang herum, es war eine Schande,
auf Burg Schweinheim die fussige Räuberbande.
Die griff auf diesem sonst friedlichen Fleckchen
den Mägden ins Mieder und unter die Röckchen.
Die wilden Gesellen, sie grillten ein Schwein
und soffen des Ritters Rheingauer Wein.
Dieser hingegen, der kam grad marschiert
mit seinen Kriegern in Reihen zu viert,
verstärkt inzwischen von Euskirchner Schützen,
die Piken trugen mit ganz scharfen Spitzen.
Der Tag ging zur Neige, es kamen an
vor der Burg Schweinheim rund dreihundert Mann.
Die haben noch in selbiger Nacht
die Räuber um die Ecke gebracht.
Das Schweinchen, aus dem die Schlacht finanziert,
kam auf's Kaminsims, wie sich's gebührt.
Mit Stolz sprach der Ritter: "Ich habe zwar Wunden,
aber ich hab' auch das Sparschwein erfunden!"
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Rückeroberung der Burg Schweinheim. Die Landsknechte brachten die fussigen Räuber alle "um die Ecke" |
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| Wolfram Dübbel |
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| * fussig = rheinisch für rothaarig |
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| ** sechste Änderung in der neuen deutschen Rechtschreibung |
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